
Diagnostische Laborproben beim Schwein

Am STUA-Diagnostikzentrum werden jährlich über 20.000 Proben von Schweinen untersucht, darunter Abstrichproben, Blut-, Kot-, Fleischsaft- und Gewebeproben sowie Tierkörper, Abortmaterial und Harnproben. Neben routinemäßigen Monitoringproben handelt es sich häufig um Proben aus Betrieben mit Bestandsproblemen, einhergehend mit klinischen Symptomen wie Durchfall, Leistungsdepressionen oder erhöhter Mortalität.
Hier finden Sie Untersuchungsanträge, wichtige Informationen zur optimalen Beprobung und der Anlieferung von Tierkörpern, zur Probenlagerung bzw. zum -versand, sowie weiterführendes Infomaterial.
Untersuchungsanträge
Um eine zeiteffiziente Bearbeitung Ihrer Proben gewährleisten zu können, legen Sie bitte jeder Probe einen ausgefüllten Untersuchungsantrag bei.
Folgende Informationen sind essenziell: Kontaktinformationen des betreuenden Tierarztes und des Besitzers inkl. Tierhalternummer, Tierart, Probenart, Entnahmedatum und Unterschrift.
Im Diagnostikbereich Schwein stehen Ihnen 3 Untersuchungsanträge zur Verfügung:
- ALLGEMEINER Untersuchungsantrag
für sämtliche Proben von Schweinen und Schweine-Tierkörper (wenige Ausnahmen, siehe unten) benutzen Sie bitte den "allgemeinen Untersuchungsantrag" - KOTPROBEN-Untersuchungsantrag
die einzige Ausnahme davon sind Kotproben, hier gibt es einen extra "Kotproben-Untersuchungsantrag" - ASP/KSP beim Wildschwein Probenbegleitschein
zur Untersuchung von Wildschein-Blutproben auf die afrikanische und klassische Schweinepest, legen Sie den Proben den "Begleitschein für die Untersuchung von Wildschweinen auf Schweinepest" bei. Hinweise zur Entnahme von Proben zur Untersuchung auf ASP/KSP beim Wildschwein finden sie auf dem Merkblatt „Merkblatt zur Beprobung von Wildschweinen auf Schweinepest“ in der Rubrik "weitere Informationen"
Untenstehend können die Untersuchungsanträge heruntergeladen werden.
Untersuchungs-
anträge
Schwein

Allgemeiner Untersuchungsantrag


Kotproben-Untersuchungsantrag

ASP/KSP beim Wildschwein Probenbegleitschein
Probenentnahme und -versand
Die Verwertbarkeit und die Aussagekraft der Untersuchungsergebnisse hängt wesentlich von der Auswahl und Qualität des Probenmaterials ab. Die Anzahl der Proben und die Entnahmetechnik sowie die anschließende Lagerung und der Transport zum Labor haben einen großen Einfluss. Um eine bestmögliche Qualität der Untersuchungsergebnisse sicherzustellen, ist es wichtig präanalytische Fehler zu vermeiden.
Planung und Vorbereitung der Probenentnahme
- Bei Fragen/Unsicherheiten aller Art gerne im Labor anrufen; dafür sind wir da!
- Für ein aussagekräftiges Ergebnis ist vor der Probenahme zu beachten: Mindestprobenzahl, Probenmaterial, -menge, -gefäß.
- Einzeltierdiagnostik vs. Herdendiagnostik: Aussagen über den Gesundheitszustand von Herden können nicht mittels Untersuchungen von Einzelproben getroffen werden. Die Anzahl der zu untersuchenden Proben richtet sich nach der Prävalenz des Krankheitserregers und dessen Ausscheidungsrhythmus.
Beachtung des optimalen Beprobungszeitpunktes:
- Abstrichproben für mikrobiologische Untersuchungen vor einer antibiotischen Behandlung entnehmen.
- Für einen direkten Erregernachweis, Beprobung im akuten Krankheitsstadium.
- Für einen indirekten Erregernachweis (Antikörper), Zeit bis zur Serokonversion (erregerspezifisch) beachten, ggf. gepaarte Serumproben gewinnen.
Probenentnahme:
- Stets aseptisch die Proben entnehmen, sterile Instrumente und Probengefäße verwenden und jegliche Verunreinigung vermeiden.
- Für bakteriologische Untersuchungen (Erregeranzucht) sollten immer Entnahmesysteme mit Transportmedium verwendet werden.
- Für molekularbiologische Untersuchungen (PCR) eignen sich Trockentupfer.
- Probengefäße nie ganz füllen, da bei Gasentwicklung Zerreißungsgefahr besteht.
- Achtung: Beim „Poolen“ von Proben kann es je nach Erregerprävalenz zu einer Verdünnung der Zielkeime kommen, dadurch sinkt die Testempfindlichkeit (Sensitivität).
- Vor der Entnahme von Nasentupfern sind Rüsselscheibe und Nasenlöcher mit einem Tuch zu reinigen.
- In Autolyse übergegangene Tierkörper und Organe sind ebenso wie Kümmerer für die Diagnostik unbrauchbar.
Probenlagerung und -transport
- Für eine klare Zuordnung der Proben zum Einsender bzw. zum Tier:
- Achten Sie auf eine eindeutige Identifizierung der Proben.
- Untersuchungsantrag (siehe Reiter „Untersuchungsanträge“) vollständig und gut lesbar ausfüllen.
- Flüssiges und festes Probenmaterial immer auslauf- und bruchsicher verpacken sowie absorbierendes Material zwischen Primär- und Sekundärverpackung legen (UN3373).
- Lagerung von Proben gekühlt bei +4 °C bis +8°C und unverzüglicher Transport der Proben idealerweise gekühlt bei +4 °C bis +8°C und ohne große Temperaturschwankungen.
- Schicken Sie Proben per Post, bestenfalls nicht über ein Wochenende.
- Außerhalb der Öffnungszeiten können Proben in die Kühlfächer am Eingang des STUA-DZ abgelegt werden.
- Eingefrorenes Probenmaterial ist nur eingeschränkt untersuchbar. Bitte informieren Sie sich vorab im Labor welche Untersuchungen mit gefrorenem Probenmaterial durchgeführt werden können.
Wegweiser für die Auswahl geeigneter Probenmaterialien (Wiederkäuer, Beispiele):
| Probenmaterial | Fragestellung | Untersuchungsparameter | Bemerkungen |
|---|---|---|---|
| Tierkörper | Generelle Abklärung der Krankheits- und Todesursache | Umfassende pathologisch-anatomische Untersuchung, Einleitung weiterführender Untersuchungen | Anlieferung von möglichst antibiotisch unbehandelten, frisch verendeten/getöteten oder euthanasierten Tieren, die deutliche/für das Krankheitsbild typische Symptome zeigten. Vor dem Verpacken Tierkörper auskühlen lassen oder offen (abgedeckt mit Plane) transportieren. |
| Blut/Serum | Allgemeinerkrankungen, Tierseuchen, Erkrankungen des Respirationstraktes (und des Gastrointestinaltraktes) | Direkter und/oder indirekter Nachweis von Bakterien (M. suis, Leptospirose, APP, M. hyopneumonia, Salmonellen) und Viren (KSP/ASP, AK, PRRSV, PCV 2, IAV), klinische Chemie (nur Serum) | Menge: Serum 3-5 ml, Vollblut- oder EDTA-Blut 6-10 ml. EDTA-Blut gut durchmischen (nicht schütteln!). Untersuchungsbeginn und -dauer je nach Erregereigenschaften unterschiedlich. |
| Kot, Darm* (Saugferkel) | Erkrankungen des Gastrointestinaltraktes | Kulturelle Anzucht (E. coli, Cl. perfringens, Salmonella spp.) ggf. Virulenzfaktor-, Toxingenbestimmung, Typisierung und Resistenzbestimmung, Rota- und Coronaviren (TGE, PED), Endoparasiten (I. suis, S. ransomi) | Kotproben: mind. 3-5 g, Entnahme rektal (PCR, Flotation, Sedimentation). Analtupfer: mind. 2 g Kot, kulturelle Anzucht: mit Medium; Direktnachweis/PCR: ohne Medium. Bei Verdacht auf subklinische Salmonellen-Infektion Beprobung zu verschiedenen Zeitpunkten. Isospora suis Nachweis; Oozysten erst ab 4.-5. Tag nach Infektion im Kot (mehrere Probennahmen erforderlich). |
| Kot, Darm* (Absetzferkel, Mastschwein, Zuchtschwein) | Erkrankungen des Gastrointestinaltraktes | Direkter und/oder indirekter Nachweis von Bakterien (Brucellose, Chlamydien, Leptospiren, Listerien, Mykoplasmen, Paratuberkulose, Q-Fieber, Yersinien), Viren (BHV-1, Border Disease, Bovines Leukosevirus, BKF, BTV, BVD, CAE, Lumpy Skin Disease, Maedi/Visna, MKS, Schmallenberg-Virus), Parasiten (Fasciola hepatica, Neospora caninum), klinische Chemie (nur Serum; z. B. Ca, P, CK), Trächtigkeit (PAG) | Kotproben: mind. 3-5 g, Entnahme rektal (PCR, Flotation, Sedimentation). Analtupfer: mind. 2 g Kot, kulturelle Anzucht: mit Medium; Direktnachweis/PCR: ohne Medium. Nachweis von Lawsonia intracellularis nur bei akuter Klinik. Bei Verdacht auf subklinische Salmonellen-Infektion Beprobung zu verschiedenen Zeitpunkten. Isospora suis Nachweis; Oozysten erst ab 4.-5. Tag nach Infektion im Kot (mehrere Probennahmen erforderlich). |
| Kaustrickproben (oral fluids) | Erkrankungen des Respirationstraktes | Direkter Erregernachweis (IAV, PRRSV, PCV-2/3) | Nicht die kompletten Stricke einschicken. Die Rückgewinnung von Speichel aus den eingetrockneten Stricken gelingt nur sehr schlecht. |
| Nasentupfer | Erregernachweis aus den oberen Atemwegen | Kulturelle Anzucht (u.a. P. multocida, B. bronchiseptica, APP, S. suis) ggf. Toxinnachweis, ggf. Resistenztestung, Direktnachweis von Viren (IAV) | Zur Diagnostik von Infektionen der tiefen Atemwege auf Sektion (Lunge/Brustfell) ausweichen. |
| Feten, Nachgeburt | Abklärung von Aborterregern | Kulturelle Anzucht (Bakterien, Pilze), direkter Erregernachweis (ASP/ESP, PCV-2, PRRSV, Brucellen, Leptospiren, Chlamydien, Parvovirose) | Wenn möglich, Fetus und Fruchthüllen zur Sektion – Blutproben aus der Sauenherde können ergänzend sinnvoll sein. Wenn möglich mindestens 5 Feten pro Abort und mehrere Aborte. |
| Hautabstrich/ -geschabsel | Infektiöse Hauterkrankungen | Kulturelle Anzucht von Bakterien (u.a. Staphylococcus hyicus) und Pilzen, ggf. Resistenztestung, Ektoparasiten (Sarkoptes-suis-Räude) | Probenentnahme am Übergang vom veränderten zum unveränderten Gewebe. Staphylococcus hyicus: Amies-Transportmedium verwenden. Nachweis Sarcoptes suis: tiefes Hautgeschabsel nativ, mit scharfem Löffel bis Blut austritt, entnehmen. |
| Synovia und/oder Abstriche von der Innenfläche der Gelenkkapsel | Abklärung infektiöser Gelenkserkrankungen | Kulturelle Anzucht (u.a. S. suis, Staphylococcus spp., T. pyogenes, E. coli, G. parasuis) ggf. Resistenztestung, direkter Erregernachweis (M. hyosynoviae, M. hyorrhinis, G. parasuis) | |
| Harn | Abklärung bakterieller Harnwegsinfektionen | Kulturelle Anzucht (u.a. Actinobaculum suis) ggf. Resistenztestung, direkter Erregernachweis (Leptospiren) | Probenmaterial: Mittelstrahlurin. |
Wegweiser für die Auswahl geeigneter Probenmaterialien (diagnostischer Wegweiser)


Diagnostischer Wegweiser Schwein
Anlieferung von Tieren
- Bitte melden Sie die Anlieferung von Tierkörpern vorab telefonisch an unter der Telefonnummer 07525 / 942-0
- Die Anlieferung von lebenden Tieren ist für die Untersuchungsqualität nicht erforderlich, des Weiteren ist der Transport von kranken Tieren zur diagnostischen Tötung tierschutzrechtlich untersagt.
- Die Anlieferung ist 365 Tage im Jahr möglich. Mo-Do: 08:00 - 12:00 Uhr und 13:00 - 16:00 Uhr, Fr: 08:00 - 12:00 Uhr und 13:00 - 14:30 Uhr, Sa/So/Feiertage: 09:00 - 11:00 Uhr (Notdienst).
- Außerhalb der Öffnungszeiten können Tierkörper bis 20 kg angeliefert, gut verpackt und eindeutig gekennzeichnet in die gekühlten Tonnen in einem separaten Raum neben dem Sektionstor abgelegt werden.
- Übermitteln Sie uns einen ausführlichen Vorbericht mit den Kontaktdaten des Tierbesitzers, des Tierarztes, die Tierdaten und des Krankheitsverlaufes des Tieres/Bestandes.
- Forensische Fragestellungen oder spezifische Untersuchungswünsche kündigen Sie bitte telefonisch an.
Leistungskatalog
Im Leistungskatalog Schwein finden Sie eine Übersicht über die Untersuchungen, die wir am STUA in Aulendorf bei Schweinen durchführen. Dort finden Sie:
- Untersuchungsparameter (z.B. Untersuchung auf Salmonellen)
- Untersuchungskosten
- durchschnittliche Bearbeitungsdauer
- telefonische Durchwahl zum bearbeitenden Laborbereich
Bitte beachten Sie, dass die Probenart „Organe*/Gewebe*“ Proben gemeint sind, die von uns im Rahmen der Sektion gewonnen werden (ausgenommen sind Organe/Gewebe, die bei der Schlachtung entnommen werden).
Sollten sich Fragen ergeben oder Sie einen gewünschten Parameter nicht finden, kontaktieren Sie uns gerne.
Untenstehend finden Sie den Leistungskatalog Schwein als PDF zum Download.
Leistungs-katalog



Leistungskatalog Schwein
Merkblätter / weitere Informationen
Merkblätter


Beprobung von Wildschweinen auf Schweinepest


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