
Diagnostische Laborproben beim Haus- und Heimtier

Am STUA-Diagnostikzentrum werden Proben von Haustieren (z.B. Hund, Katze) und Heimtieren (z.B. Kaninchen, Meerschweinchen) untersucht. Hauptsächlich handelt es sich hierbei um Abstrich-, Kot-, Harn- und Gewebeproben sowie Tierkörper und Abortmaterial. In der Regel stammen die Proben von Tieren mit gesundheitlichen Problemen wie Verdauungsstörungen, Hautveränderungen oder anderen Krankheitsgeschehen. Eingesandt werden die Proben meist durch Tierarztpraxen und Kliniken.
Hier finden Sie Untersuchungsanträge, wichtige Informationen zur optimalen Beprobung und der Anlieferung von Tierkörpern, zur Probenlagerung bzw. zum -versand, sowie weiterführendes Infomaterial.
Untersuchungsanträge
Um eine zeiteffiziente Bearbeitung Ihrer Proben gewährleisten zu können, legen Sie bitte jeder Probe einen ausgefüllten Untersuchungsantrag bei. Folgende Informationen sind essenziell: Kontaktinformationen des betreuenden Tierarztes und des Besitzers, Tierart, Probenart, Telefonnummer, Entnahmedatum und Unterschrift.
Im Diagnostikbereich Haus- und Heimtiere stehen Ihnen 2 Untersuchungsanträge zur Verfügung:
• ALLGEMEINER Untersuchungsantrag
für sämtliche Proben von Haus- und Heimtieren (wenige Ausnahmen, siehe unten) und für die Abgabe von Tierkörpern benutzen Sie bitte den „allgemeinen Untersuchungsantrag“.
• KOTPROBEN- Untersuchungsantrag
die einzige Ausnahme davon sind Kotproben, hier gibt es einen extra „Kotproben-Untersuchungsantrag“
Die Untersuchungsanträge finden Sie untenstehend zum Download.
Untersuchungs-
anträge
Haus- und Heimtiere

Allgemeiner Untersuchungsantrag


Kotproben-Untersuchungsantrag
Probenentnahme und -versand
Die Verwertbarkeit und die Aussagekraft der Untersuchungsergebnisse hängt wesentlich von der Auswahl und Qualität des Probenmaterials ab. Die Anzahl der Proben und die Entnahmetechnik sowie die anschließende Lagerung und der Transport zum Labor haben einen großen Einfluss. Um eine bestmögliche Qualität der Untersuchungsergebnisse sicherzustellen, ist es wichtig, präanalytische Fehler zu vermeiden.
Planung und Vorbereitung der Probenentnahme
- Bei Fragen/Unsicherheiten aller Art gerne im
Labor anrufen; dafür sind wir da!
- Für ein aussagekräftiges Ergebnis ist vor der Probenahme zu beachten: Mindestprobenzahl, Probenmaterial, -menge, -gefäß.
Einzeltierdiagnostik vs. Gruppendiagnostik: Aussagen über den Gesundheitszustand von Gruppen können nicht mittels Untersuchungen von Einzelproben getroffen werden. Die Anzahl der zu untersuchenden Proben richtet sich nach der Prävalenz des Krankheitserregers und dessen Ausscheidungsrhythmus.
Beachtung des optimalen Beprobungszeitpunktes:
Abstrichproben für mikrobiologische Untersuchungen vor einer antibiotischen Behandlung entnehmen.
Für einen direkten Erregernachweis, Beprobung im akuten Krankheitsstadium.
Probenentnahme:
Stets aseptisch die Proben entnehmen, sterile Instrumente und Probengefäße verwenden und jegliche Verunreinigung vermeiden.
Für bakteriologische Untersuchungen (Erregeranzucht) sollten immer Entnahmesysteme mit Transportmedium verwendet werden.
Für molekularbiologische Untersuchungen (PCR) eignen sich Trockentupfer.
Probengefäße nie ganz füllen, da bei Gasentwicklung Zerreißungsgefahr besteht.
Achtung: Beim „Poolen“ von Proben kann es je nach Erregerprävalenz zu einer Verdünnung der Zielkeime kommen, dadurch sinkt die Testempfindlichkeit (Sensitivität).
Vor der Entnahme von Nasentupfern sind die Nasenlöcher mit einem Tuch zu reinigen.
In Autolyse übergegangene Tierkörper und Organe sind ebenso wie Kümmerer für die Diagnostik unbrauchbar.
Probenlagerung und -transport
- Für eine klare Zuordnung der Proben zum Einsender bzw. zum Tier:
- Achten Sie auf eine eindeutige Identifizierung der Proben.
- Untersuchungsantrag (siehe Reiter „Untersuchungsanträge“) vollständig und gut lesbar ausfüllen.
- Flüssiges und festes Probenmaterial immer auslauf- und bruchsicher verpacken sowie absorbierendes Material zwischen Primär- und Sekundärverpackung legen (UN3373).
- Lagerung von Proben gekühlt bei +4 °C bis +8°C und unverzüglicher Transport der Proben idealerweise gekühlt bei +4 °C bis +8°C und ohne große Temperaturschwankungen.
- Schicken Sie Proben per Post, bestenfalls nicht über ein Wochenende.
- Außerhalb der Öffnungszeiten können Proben in die Kühlfächer am Eingang des STUA-DZ abgelegt werden.
- Eingefrorenes Probenmaterial ist nur eingeschränkt untersuchbar. Bitte informieren Sie sich vorab im Labor welche Untersuchungen mit gefrorenem Probenmaterial durchgeführt werden können.
Beachtung bei Einsendung von Tierkörpern
Für eine gute Aussagekraft, sollte die Tierkörper kühl gelagert (idealerweise bei +4 °C bis +8°C) werden. Tierkörper sollten nicht eingefroren werden, da durch das Einfrieren die histologische Beurteilung behindert wird.
Nach der Untersuchung können aus Seuchenschutzgründen Tierkörper nicht wieder mitgenommen werden. Es besteht die Möglichkeit, dass bei Haus- und Heimtieren durch die Tierhalter ein Tierkremierungsbetrieb beauftragt wird. Ein anerkannter Tierkremierungsbetrieb kann Haus- und Heimtiere bei uns abholen und kremieren. Falls eine Kremierung im Anschluss gewünscht wird, muss dies auf dem Probenantrag angegeben werden.
Wegweiser für die Auswahl geeigneter Probenmaterialien (Haus- und Heimtiere, Beispiele):
| Proben-material | Fragestellung | Untersuchungsparameter | Bemerkungen |
|---|---|---|---|
| Tierkörper | Generelle Abklärung der Krankheits- und Todesursache | Umfassende pathologisch-anatomische Untersuchung, Einleitung weiterführender Untersuchungen | Anlieferung von möglichst antibiotisch unbehandelten, frisch verstorbenen oder euthanasierten Tieren, die deutliche/für das Krankheitsbild typische Symptome zeigten. Vor dem Verpacken Tierkörper auskühlen lassen oder offen (abgedeckt mit Plane) transportieren. Bitte Tierkörper nicht einfrieren. Nach der Untersuchung können aus Seuchenschutzgründen Tierkörper nicht wieder mitgenommen werden. Es besteht die Möglichkeit, dass bei Haus- und Heimtieren durch die Tierhalter ein Tierkremierungsbetrieb beauftragt wird. Ein anerkannter Tierkremierungsbetrieb kann Haus- und Heimtiere bei uns abholen und kremieren. Falls eine Kremierung im Anschluss gewünscht wird, muss dies auf dem Probenantrag angegeben werden. |
| Kot / Rektaltupfer | Erkrankungen des Gastro-intestinaltraktes | Kulturelle Anzucht (E. coli, Cl. perfringens, thermophile Campylobacter) und Resistenzbestimmung Giardien, Endoparasiten (Lungenwürmer, Magen-Darm-Parasiten, Bandwürmer) | Endoparasiten: mind. 3-5 g Kot für Flotation, mind. 5 g Kot für Auswanderungsverfahren. Aufgrund der intermittierenden Ausscheidungen werden Sammelkotproben von 2 – 3 Tagen empfohlen. Die Proben sollen zwischenzeitlich kühl gelagert werden. Giardien: mind. 1 g Kot. Kulturelle Anzucht (Bakterien): möglichst frischer Kot oder Kottupfer (Tupfer mit Medium). |
| Organtupfer (z.B. Augentupfer, Wundtupfer) | Erreger-nachweis | Kulturelle Anzucht (Untersuchung auf bakterielle Krankheitserreger und ggf. Resistenztestung) | Zur Diagnostik von bakteriellen Infektionen. Möglichst saubere Probenentnahme von Tupfern mit Medien. |
| Feten, Nachgeburt | Abklärung von Aborterregern | Kulturelle Anzucht (Bakterien, Pilze), direkter Erregernachweis (Brucellen, Leptospiren, Chlamydien, Parvovirus) | Wenn möglich, Fetus und Nachgeburt zur Sektion. Bitte Probenmaterial kühlen und nicht einfrieren. |
| Hautabstrich/ -geschabsel | Infektiöse Haut-erkrankungen | Kulturelle Anzucht von Bakterien und ggf. Resistenztestung und Pilzen, Ektoparasiten (Räude) | Probenentnahme am Übergang vom veränderten zum unveränderten Gewebe. Kulturelle Untersuchung: Amies-Transportmedium verwenden oder Hautgeschabsel. Ektoparasiten: tiefes Hautgeschabsel aus dem Übergangsbereich siehe oben, nativ, mit scharfem Löffel bis Blut austritt, entnehmen. |
| Harn | Abklärung bakterieller Harnwegs-infektionen | Kulturelle Anzucht (u.a. E. coli) ggf. Resistenztestung, direkter Erregernachweis (Leptospiren) | Probenmaterial: Mittelstrahlurin. |
Wegweiser für die Auswahl geeigneter Probenmaterialien (diagnostischer Wegweiser)


Diagnostischer Wegweiser Haus- und Heimtiere
Zahlreiche weitere Parameter können sowohl am STUA-DZ als auch in kooperierenden Laboren untersucht werden.
Anlieferung von Tieren
Bitte melden Sie die Anlieferung von Tierkörpern vorab telefonisch an unter der Telefonnummer 07525 / 942-0
Die Anlieferung von lebenden Tieren ist für die Untersuchungsqualität nicht erforderlich, des Weiteren ist der Transport von kranken Tieren zur diagnostischen Tötung tierschutzrechtlich untersagt.
Die Anlieferung ist 365 Tage im Jahr möglich. Mo-Do: 8-12 Uhr und 13-16 Uhr, Fr: 8-12 Uhr und 13-14.30 Uhr, Sa/So/Feiertage: 9-11 Uhr (Notdienst).
Außerhalb der Öffnungszeiten können Tierkörper bis 20 kg angeliefert, gut verpackt und eindeutig gekennzeichnet in die gekühlten Tonnen in einem separaten Raum neben dem Sektionstor abgelegt werden.
Übermitteln Sie uns einen ausführlichen Vorbericht mit den Kontaktdaten des Tierbesitzers, des Tierarztes, die Tierdaten und des Krankheitsverlaufes des Tieres/Bestandes.
Spezifische Untersuchungswünsche bitte telefonisch ankündigen.
Leistungskatalog
Im Leistungskatalog Haus- und Heimtiere finden Sie eine Übersicht über die Untersuchungen, die wir am STUA in Aulendorf bei Schweinen durchführen. Dort finden Sie:
- Untersuchungsparameter (z.B. Untersuchung auf Darmparasiten)
- Untersuchungskosten
- durchschnittliche Bearbeitungsdauer
- telefonische Durchwahl zum bearbeitenden Laborbereich
Bitte beachten Sie, dass die Probenart „Organe*/Gewebe*“ Proben gemeint sind, die von uns im Rahmen der Sektion gewonnen werden (ausgenommen sind Organe/Gewebe, die bei der Schlachtung entnommen werden).
Sollten sich Fragen ergeben oder Sie einen gewünschten Parameter nicht finden, kontaktieren Sie uns gerne.
Der Leistungskatalog steht untenstehend zum Download zur Verfügung.
Leistungs-katalog


Leistungskatalog Haus- und Heimtiere
Merkblätter / weitere Informationen
Merkblätter

Zecken bei Hund und Katze


Reisen mit Hunden - Tipps und Krankheiten


Tier gefunden – und nun? Tipps mit Fundtieren


Alle Jahre wieder – Heimtiere auf dem Wunschzettel
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